14.12.2012, 13:16 Uhr | Ulrich Feld, driver.de
Seinem Namen machte der Ford Mustang schon beim Anlassen alle Ehre. Sobald er den Zündschlüssel gedreht hat, hüllt den Fahrer ein bassiges Gebrabbel ein. Es erinnert an das schwere Donnern von unzähligen Pferdehufen. Und klingt, als würde der Mustang anstelle von Benzin literweise Bourbon durch seinen Vergaser schlürfen. Um anschließend wunderschöne Lieder anzustimmen vom Monument Valley, von John Wayne im Sattel und der endlosen Freiheit der Prärie.
Er passte aber durch seine kompakten Abmessungen aber auch gut in die Landschaften Europas. Louis de Funès etwa heizte mit ihm als "Der Gendarm von Saint Tropez" über die engen Straßen und Waldwege der französischen Riviera. Um das auszuhalten, musste ein Auto schon sehr robust sein. James Bond benötigte in "Goldfinger" deswegen auch die Spezialausrüstung seines berühmten Aston Martin DB5, um in den Schweizer Bergen ein weißes Ford Mustang Cabriolet mit roten Lederpolstern aufzuhalten.
Schiebt man den auch als "T-Bar" bezeichneten wunderbar chromglänzenden Automatikhebel auf "D", geht ein sanfter Ruck durch das Auto. Das fehlende Kupplungspedal will zunächst nicht zu dem Anspruch des Mustang passen, ein ernsthafter Sportwagen zu sein. Die Cruise-O-Matic mit drei Gängen verfügt aber wie viele amerikanische Automatikgetriebe über eine relativ kurze Übersetzung, was das Drehmoment aus dem gusseisernen Achtzylinder mit 4,7 Liter Hubraum vorzüglich zur Geltung bringt. Es passt auch gut zu einem typisch amerikanischen Fahrstil, entspannt und lässig. Dabei kann man auch noch die inneren Werte des Mustang genießen, so das fürstliche Platzangebot und die in Metall gerahmten Instrumente.
Irgendwann, wenn man die Großstadt hinter sich gelassen hat, will man es aber dann doch mal wissen, wie sportlich der amerikanische Präriehengst sein kann. Und die Überraschung: Er fährt weit besser als erwartet. Um enge Kurven zirkeln, bremsen, zielgenau lenken. Was aber auch an der Ausstattung speziell dieses Wagens liegt. Jeder Mustang-Käufer konnte sich seinen Wagen aus einer Unzahl von Ausstattungsvarianten ganz nach Geschmack zusammenstellen. Mit etwas strafferen Federn und Scheibenbremsen statt der serienmäßigen Trommelbremsen konnte es ein Mustang auch mit europäischen Konkurrenten aufnehmen.
Die wichtigste Komponente für den Erfolg des Mustang war indessen seine Karosserie, wie US-Automanager und Mustang-Initiator Lee Iacocca rückblickend feststellte. Ergänzend dazu kam der geniale Name, ein geschicktes Marketing und die gesellschaftlichen Voraussetzungen. Im Präsentationsjahr 1964 war eine Vielzahl an "Baby-Boomern" nachgewachsen, die über einen nie zuvor gekannten Wohlstand verfügten. Sie konnten sich mit dem ausladenden Design der amerikanischen Straßenkreuzer nicht mehr identifizieren und wollten andere Autos: Kleiner, kompakter, aber keineswegs schwächer motorisiert.
Der Mustang war das richtige Auto zum passenden Moment. Und er wurde zum Startschuss zu den nach ihm benannten "Pony-Cars" - zweitürigen Coupés und Cabriolets mit kurzem Heck und langen Motorhauben. Die Konkurrenz von General Motors und Chrysler reagierte umgehend. Speziell der Chevrolet Camaro, der Pontiac Firebird Trans Am und der Plymouth Barracuda machten dem Mustang in den Jahren nach 1965 den Erfolg streitig. Aus Deutschland kam der Ford Capri.
Zunächst aber wurde selbst Ford vom Erfolg des Ford Mustang überrascht. Die Käufer rannten den Ford-Händlern buchstäblich die Bude ein. In den USA spielten sich groteske Szenen ab. Ein Mustang-Käufer übernachtete zum Beispiel im Schaufenster des Händlers in seinem eben erstandenen Wagen, um zu verhindern, dass der Händler das Auto noch einmal gegen einen höheren Preis an einen anderen Kunden verkaufen konnte. Bis heute hält der Mustang einen Verkaufsrekord mit 418.000 Autos innerhalb eines Jahres nach der Markteinführung.
Heute hat es ein Mustang-Fan deutlich einfacher, das Angebot an klassischen Mustangs fällt großzügig aus. Für Oldtimer-Einsteiger ist ein Mustang ideal: Die Mechanik ist unkompliziert und macht wenig Probleme. Die Motoren vertragen aber keine langen Vollgastouren. Bei richtiger Behandlung und Wartung ist ein Mustang-Motor für hohe dreistellige Laufleistungen gut. Schlechter sieht es da schon mit der Karosserie aus. Der Mustang hatte ab Werk nur bescheidenen Rostschutz zu bieten, die wenigsten Autos haben die Jahrzehnte ohne Restaurationen überstanden. Nicht immer haben die Restauratoren wirklich gut gearbeitet. Die Versorgung mit Ersatzteilen ist allerdings vorbildlich.
Ach, eine Schattenseite hat der Mustang doch noch - jedenfalls für den, der noch keinen hat: Die Zeiten für preiswerte Mustangs sind passé. Für gute Cabrios werden mittlerweile schon 40.000 Euro und mehr verlangt und auch bezahlt. Das ist viel, andererseits aber noch erschwinglich für ein solche Ikone. Ein Mustang dürfte also auch heute noch eine gute Investition sein.
Quelle: Ulrich Feld, driver.de
Nebelscheinwerfer, Blinker, Brems- und Rückleuchten zum kleinen Preis. von ebay
Sparen Sie mit top Gutschein-Aktionen zum Thema Reifen, Autozubehör und Service-Aktionen von A.T.U., Tirendo u.v.m.von deals.de
Der vergleichsweise günstige Nissan 370Z Nismo trifft auf die Edel-Boliden von Bugatti, Ferrari & Co.mehr