19.11.2012, 14:46 Uhr | Press-Inform
Der Nissan GT-R "Track Pack" (Quelle: Hersteller)
Das Ziel für den Nissan GT-R war klar anvisiert: den Porsche 911 Turbo angreifen. Mittlerweile hat sich der sportlichste Serien-Japaner aller Zeiten einen festen Platz im Segment der Sportwagen gesichert. Nach den jüngsten Modifikationen mehr denn je.
Null auf Tempo 100 in 2,8 Sekunden, diese Zahl muss man erst einmal sacken lacken. Aston Martin, Ferrari, Lamborghini, Bentley, Porsche, Pagani oder Mercedes – ihnen traut man vielleicht einen Tempo-100-Spurt in unter drei Sekunden zu. Doch 550 PS traut man dem Nissan GT-R selbst bei einem Blick auf das kastige Hinterteil und die vier großen Endrohre nicht zu.
Im Praxistest war es mit den in Aussicht gestellten 11,8 Litern Super nicht weit her. Unter 15 Litern war nichts zu machen und bei flotter Gangart donnerten fast 17 Liter durch die Hochleistungseinspritzdüsen.
Das Ziel im Nissan-Fadenkreuz hieß und heißt Porsche 911 Turbo und so überrascht es nicht, dass ein 3,8 Liter großer Sechszylinder mit doppelter Turboaufladung die Grenzen der Sportlichkeit am Steuer des Nissan GT-R ein nennenswertes Stück nach oben drückt. Natürlich arbeitet im Skyline GT-R kein Boxertriebwerk und selbstredend liegt das Kraftpaket im Vorderwagen und nicht im Heck. Doch der Nissan GT-R ist in Sachen Fahrdynamik grandios.
Das wird im japanisch verspielt wirkenden Cockpit mit Preiswertcharme schnell klar. Hier lieblose Analoguhren, da ein digitaler Multifunktionsbildschirm, der jedem Computerspiel zur Ehre gereichen würde. Ordentliche, aber nur mäßig konturierte und einstellbare Sportstühle, ein griffiges Steuer und ein Starterknopf der auf der Mittelkonsole mehr an einen Taster zum Raketenabschuss erinnert, sind Insignien eines Supersportlers, der alles, nur nicht allzu dick auftragen möchte.
Der Nissan GT-R ist im Innern mindestens ebenso ein Werkzeug, wie von außen. Auffallen um jeden Preis? Dafür sind andere da. Das Doppelkupplungs-Getriebe zeigt sich besonders bei langsamer Stadtfahrt nur mäßig überzeugend. Die 632 Newtonmeter maximales Drehmoment zwischen 3200 und 5800 Umdrehungen pro Minute und zwei züngelnde Turbos hoffen, dass das schnöde Trödeln auf dem mittleren Ring bald ein Ende hat und es in die freie Natur hinausgeht.
Auf trockenem Untergrund ist der 4,67 Meter lange Nissan GT-R mit seiner gigantischen Leistung von 550 PS ein reiner Hecktriebler. Unterhalb von Tempo zehn wird der Japaner der leichteren Rangierbarkeit wegen immer ausschließlich über die Hinterachse angetrieben. Erst wenn die hinteren Räder die Haftung verlieren, kommt die Vorderachse zu vehementem Muskeleinsatz, die maximal die Hälfte der Motorleistung in sich aufnehmen kann. Der Vortrieb findet gefühlt kein Ende. Egal, in welchem Geschwindigkeitsbereich man auch unterwegs ist.
Nicht allein das Triebwerk begeistert. Das Fahrwerk mit seinen drei einstellbaren Modi bietet nicht nur nennenswerten Restkomfort, sondern auch den rechten Nährboden für sportlichsten Vortrieb. Vorne wurde mit besonders breiter Spur eine Doppelquerlenkerachse aus geschmiedetem Aluminium und Federbeinen verbaut. Hinten ist die Multilinkkonstruktion aus geschmiedetem Leichtbau nicht weniger aufwendig.
Das Handling ist eine Klasse für sich, wenn auch das hohe Gewicht von über 1,7 Tonnen und die Lenkung nicht ganz auf dem Niveau des 911er-Vorbilds sind. Überzeugen kann die Bremsanlage, die bei geringer Temperatur und Beanspruchung zum Beispiel in der Innenstadt ähnlich ungelenk wie das Doppelkupplungs-Getriebe wirkt. Bei allem Alltagsnutzen macht der Nissan GT-R keinen Hehl daraus, dass er für die härtere Gangart und ambitioniertere Fahrweisen gemacht ist.
Dabei unterstreicht das Platzangebot mit den beiden großen Ablagen hinter den vorderen Sitzen bei der Variante "Track Pack" und dem 315 Liter großen Laderaum, dass der GT-R durchaus ein Begleiter für jeden Tag sein kann. Ist aber auch für einen Preis ab 92.400 Euro zu verlangen. Den besonders ambitionierten Nissan GT-R Track Pack mit Hochleistungsbremsanlage, Innenraumdetails sowie optionaler Titan-Abgasanlage und Heckflügel aus Karbon (zusammen 13.300 Euro Aufpreis) für 103.800 Euro kann man sich getrost sparen.
Der Standard-GT-R ist ideal. Wenn der Japaner irgendwo patzt, dann sind es die Assistenzsysteme. Hier präsentiert er sich mehr denn je auf den Spuren des 911 Turbo, denn auch der bietet hier kaum mehr als das nötigste. Der Japaner will insbesondere eines sein: eine grandiose Fahrmaschine. Und die mimt er nahezu perfekt.
Quelle: Press-Inform
Finden Sie jetzt Ihr Traumauto: Audi, BMW, Ferrari, Porsche & Co. zum Schnäppchenpreis. von ebay
Sparen Sie mit top Gutschein-Aktionen zum Thema Reifen, Autozubehör und Service-Aktionen von A.T.U., Tirendo u.v.m.von deals.de
Der vergleichsweise günstige Nissan 370Z Nismo trifft auf die Edel-Boliden von Bugatti, Ferrari & Co.mehr